Hier finden Sie Informationen zu den Preisträgerinnen und Preisträgern des Habfast-Isotopenpreises seit 2000.

2026: Sachintha Senarathne

Herrn Sachintha Lakshan Senarathne wird der Isotopenpreis der Dr.-Karl-eugen-Habfast-Stiftung für seine Arbeit

Carbon transformations in the tropical silicate dominated Deduru Oya Catchment, Sri Lanka

zuerkannt.

Neben wasserchemischen Analysen, führte Dr. Senarathne Isotopenanaly-sen von Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) im Deduru Oya Catchment von Sri Lanka durch. Seine Forschungsschwerpunkte liegen in Wechselwirkungen zwischen Wasser- und Kohlenstoffkreisläufen, die er mit stabilen Isotopen und hydrogeochemischen Methoden untersucht. Anhand stabiler Isotopenmuster quantifizierte er Wasserverluste durch Evaporation und Transpiration und entschlüsselte Prozesse der Wasser-Gesteins-Interaktion sowie des Kohlenstoffkreislaufs in tropischen Einzugs-gebieten. Dieser auf Isotopen basierende Ansatz ermöglichte es ihm, an-hand eines typischen tropischen Einzugsgebietes zu zeigen, dass tropische Landschaften eine Kohlenstoffsenke sind.

2026: Moritz Scholl-Reiß

Herrn Moritz Schroll-Reiß wird der Isotopenpreis der Dr.-Karleugen-Habfast-Stiftung für seine Arbeit

Multidimensionale Stabilisotopenanlytik zur prozessbasierten Entschlüsselung von Methanbildung und -oxidation

zuerkannt.

Dr. Moritz Schroll hat die Stabilisotopenanalytik von Methan konsequent von der analytischen Methodik zu einem multidimensionalen Werkzeug der biogeochemischen Prozessforschung weiterentwickelt. Durch die Ver-knüpfung von 8’3C- und 82H-Signaturen mit Konzentrationsmessungen und Isotopenmarkierungsexperimenten konnte er Methanquellen und -senken differenzieren, Bildungs- und Oxidationsprozesse entschlüsseln und bislang unzureichend verstandene aerobe Methanbildungswege in Pflanzen, Pilzen und marinen Algen sichtbar machen. Seine isotopenbasier-ten Ansätze bewährten sich über sehr unterschiedliche natürliche Systeme hinweg, von geschichteten Seen und subglazialem Schmelzwasser bis zu marinen Emissionsquellen, und ermöglichten dort eine prozessbasierte Ent-flechtung des Methankreislaufs. Damit hat er stabile Isotope als leistungsfä-higes Werkzeug zur mechanistischen Aufklärung von Methanbildung und -oxidation etabliert und wesentlich zu einem integrativen Verständnis des aquatischen Methankreislaufs beigetragen.

2024: Kyohsuke Hikinio

Herrn Dr. Kyohsuke Hikino wird der Isotopenpreis der Dr.-Karleugen-Habfast-Stiftung für seine Arbeit

Whole-tree carbon transport and allocation of mature spruce upon drought release interrogated by a 13C labelling experiment

zuerkannt.

Herr Hikino untersuchte 13C-markierte Bäume und deren Erholungsprozesse im Rahmen eines Langzeit-Dürre-Experiments (Kranzberg ROOF Experiment). Anhand der Isotopensignaturen konnte er zeigen, dass adulte Fichten trotz der schweren Auswirkungen durch die Langzeitdürre in der Lage sind, ihren Kohlenstofftransport im ganzen Baum wiederherzustellen.

Darüber hinaus quantifizierte er zum ersten Mal für ein Langzeit-Dürre-Experiment die verstärkte unterirdische Allokation von neuen Photoassimilaten und gespeichertem Kohlenstoff zur Regeneration des beeinträchtigten Wurzelsystems. Dies unterstreicht die kritische Rolle von gespeichertem Kohlenstoff für die Erholung von Bäume nach Trockenstress.

Das Bild zeigt Kyohsuke Hikino.

2023: Paul Strobel

Herrn Dr. Paul Strobel wird der Isotopenpreis der Dr.-Karleugen-Habfast-Stiftung für seine Arbeit

Late Quaternary climate and environmental reconstruction based on lake and peat Sediments

zuerkannt.

Herr Strobel analysierte komponenten-spezifisch die Isotopenzusammensetzung der Elemente C, H und O an See- und Torfsedimenten, sowie Bodenproben aus Südafrika und der Mongolei. Er validierte und wendete unter anderem die als Paläohygrometer-Ansatz bezeichnete Kopplung von 2H an Blattwachs-bürtigen n-Alkanen und 18O an Hemicellulosebürtigen Zuckerbiomarkern an. Diese Kopplung erlaubte es ihm, die Isotopensignatur des Niederschlags und die relative Luftfeuchte in der Vergangenheit zu rekonstruieren, und so einen wichtigen Beitrag zum Verständnis der Klimageschichte und des Klimasystems zu leisten.

Das Bild zeigt Paul Stobel.

2021: Philipp Giesemann

Dr. Philipp Giesemann wurde für seine Doktorarbeit “Understanding plant-fungal nutritional strategies using stable isotopes” mit dem Isotopenpreis 2021 ausgezeichnet, die er an der Universität Bayreuth schrieb.

Das Bild zeigt Philipp Giesemann.

2019: Benjamin Wolf

Am 01. Oktober 2019 wurde wurde der Isotopen-Preis der Dr.-Karleugen-Habfast-Stiftung an Dr. Benjamin Wolf für seine Arbeit

Using the isotopic composition of N cycle compounds to test process descriptions in biogeochemical models

vergeben.

Herr Dr. Wolf zeigt mit seinen Arbeiten, dass die 15N-Isotopenwerte von Ammonium, Nitrat sowie die intramolekulare Isotopenzusammensetzung des N2O-Moleküls (a/b site preference) in Kombination mit den 15N-Isotopenwerten des Bodens (bulk 15N) eine hochaufgelöste (Tag bis Monat) Analytik der Stickstoffumsetzung im Boden erlauben. Die 15N-Isotopenanalytik zeigt hier ihr Potenzial, biogeochemische Modelle zum Stickstoffkreislauf zu validieren und zu verbessern.

Das Bild zeigt Benjamin Wolf.

2017: Christine Hellmann

Frau Dr. Christine Hellmann wurde im Jahr 2017 der Isotopenpreis für ihre Arbeit

Spatial impacts of Acacia longifolia invasion on heterogeneous Mediterranean dune ecosystems – a multi-scale assessment using isoscapes,field spectroscopy and remote sensing

Den Isotopenpreis der Habfast-Stiftung erhielt sie für Ihr Arbeiten im Rahmen ihrer Dissertation.

Sie zeigte am Beispiel der Invasion von Acacia longifolia in einem mediterranen Dünensystem wie durch die Kombination von stabilen Isotopen als Tracer physiologischer Parameter, Spektraldaten, geostatistischen Analysen und fernerkundlichen Methoden (LIDAR) eine quantitative Analyse kleinräumiger Veränderungen der Ökosystemfunktionen durchgeführt werden kann.

Mit diesem Ansatz können ökologisch relevante dynamische Prozesse und Funktionen in komplexen, räumlich strukturierten Systemen zukünftig besser untersucht und verstanden werden.

Das Bild zeigt Christine Hellmann.

2015: Maren Dubbert

Frau Dr. Maren Dubbert wurde im Jahr 2015 der Isotopenpreis für ihre Arbeit

Water balance and productivity of a Mediterranean oak woodland – Quantifying understory vegetation impacts by development of a stable oxygen isotope partitioning approach

zuerkannt.

Sie hat einen 18O-Partitionierungsansatz für Evapotranspiration entwickelt, der bestehende Ansätze hinterfragt und die existierende Theorie konsequent umsetzt, was für die isotopenbasierte Ökosystemanalyse eine signifikante wissenschaftliche Entwicklung darstellt.

Sie hat das Craig-Gordon-Model unter Freilandbedingungen validiert, wobei sie die Bedeutung einer exakten Charakterisierung der Umweltparameter nachweisen konnte.

Ferner gelang es ihr erstmals zu zeigen, dass die 18O-Fraktionierungsprozesse beim Phasenübergang des Blattwassers in die Dampfphase in den Stomata dazu führen, dass die Isotopenzusammensetzung des Transpirationssignals in mediterranen Arten tagsüber stark abgereichert wird, d.h. nicht im isotopischen Gleichgewicht ist.

Ihre Arbeiten haben grundlegend zu einem veränderten Verständnis der 18O-Modellierung in dem rasch expandierenden Forschungsfeld der Ökohydrologie beigetragen.

Das Bild zeigt Maren Dubbert.

2015: Dominika Lewicka-Szczebak

Frau Dr. Dominika Lewicka-Szczebak wurde für ihre Arbeit

Isotopic fractionation factors associated with N2O production and reduction during denitrification

ausgezeichnet.

Stabilisotopensignaturen von Lachgas (N2O) spiegeln die an der biogenen Emission dieses klimarelevanten Spurengases beteiligten Prozesse wider.

Frau Lewicka-Szczebak hat in ihren innovativen Studien Isotopenfraktionierungsprozesse der N2O-Bildung und der N2O-Reduktion zu N2 im Hinblick auf Variabilität und Abhängigkeit von biogeochemischen und physikalischen Faktoren untersucht.

Sie konnte zeigen, dass die kombinierte Betrachtung der Isotopensignaturen des Sauerstoffs sowie der beiden Stickstoffatome im N2O-Molekül für die Berechnung der N2O-Reduktion zu N2 verwendet werden kann, sofern der Einfluss der mikrobiellen Bildungswege bekannt ist.

Ihre Ergebnisse leisten einen bedeutenden Beitrag zur Methodenverbesserung insbesondere im Hinblick auf die in situ bisher schwer messbare N2O-Reduktion.

Das Bild zeigt Dominika Lewicka-Szczebak.

2014: Dirk Sachse

Dr. Dirk Sachse erhielt für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der Paläohydrologie den diesjährigen Isotopen-Preis der Dr.-Karleugen-Habfast-Stiftung. Wir gratulieren ihm auf diesem Weg noch einmal ganz herzlich!

Mit dem Isotopenpreis würdigte die Jury insbesondere seine Publikation

Molecular Paleohydrology: Interpreting the Hydrogen-Isotopic Composition of Lipid Biomarkers from Photosynthesizing Organisms.

Dirk Sachse und sein Team erforschen die Variabilität des Wasserzyklus im Holozän; also über die vergangenen 12.000 Jahre. Ziel ist es, dessen Einfluss auf globale Klimaschwankungen besser zu verstehen.

Hierzu entwickelten die Wissenschaftler eine Methode weiter, mit deren Hilfe sich aus Seesedimenten molekulare Pflanzenreste – sogenannte Biomarker – extrahieren und auf ihre Wasserstoffisotopie hin untersuchen lassen. Der Ansatz liefert genauere und zuverlässigere Daten, als es die herkömmlichen Verfahren bisher ermöglichten.

Das Bild zeigt Dirk Sachse.

2012: Ansgar Kahmen

In Würdigung hervorragender wissenschaftlicher Arbeiten wird der Isotopen-Preis der Dr.-Karleugen-Habfast-Stiftung im Iahr 2012 an Herrn Dr. Ansgar Kahmen vergeben.

Herr Dr. Ansgar Kahmen wird mit dem Isotopenpreis für seine Publikation

Cellulose δ18O is an index ofleaf-to-air vapor pressure difference (VPD) in tropical plants

ausgezeichnet.

Das Bild zeigt Ansgar Kahmen.

2010: Dorien Kool

Für den Isotopenpreis 2010 der Dr. Karleugen Habfast-Stiftung wählte die Jury aus diesmal sechs Vorschlägen Frau Dorien Kool, Doktorandin an der Universität von Wageningen, Niederlande.

Dorien Kool erhielt die Auszeichnung für ihre Forschung zur Isotopenvariation des Sauerstoffs in Distickstoffoxid (N2O).

Das als Treibhausgas bekannte N2O wird bei biochemischen Prozessen in der Bodenzone unter Mitwirkung von Mikroorganismen gebildet.

Doriens Forschungsbeitrag bezieht sich dabei auf Redoxprozesse der N-Komponenten und die Beteiligung des Sauerstoffs und dessen Isotopenfraktionierung. Mit einem Beitrag “On the origin of N2O and its oxygen” überzeugte sie auch die Teilnehmer der ASI-Tagung von der Originalität der Studien.

Das Bild zeigt Dorien Kool.

2009: Stefanie Goldberg

Der Isotopenpreis 2009 ging an Frau

Dr. Stefanie Goldberg,

Bayreuth, verliehen für ihre Dissertation

Dynamics and underlying processes of N2O and NO soil-atmosphere exchange under extreme meteorological boundary conditions.

Das Bild zeigt Stefanie Goldberg.

2008: Nikolaus Gussone

Den Isotopenpreis 2008 erhielt Herr Dr. Nikolaus Gussone, Institut für Mineralogie, Westfälische Wilhelms-Universität Münster, für seine Arbeiten zum Einsatz von Ca-Isotopen zur Erforschung von Calcifizierungsmechanismen.

Seine Arbeiten zur Calcium-Isotopen-Fraktionierung ( δ44Ca / δ40Ca) in abiotisch gebildeten ebenso wie in biogenen Calcium-Carbonaten (Calcit und Aragonit) insbesondere bei ökologisch hoch bedeutsamen marinen Planktonorganismen (namentlich den Coccolithophorales und den Foraminiferen) sind u.a. auch für den globalen CO2-Haushalt von Bedeutung.

Die Arbeiten zeugen von hohem Maß an Ernsthaftigkeit und Exzellenz bei der systematischen Erforschung von komplexen biogeochemischen Prozessen im Ca Kreislauf unter besonderer Berücksichtigung der stabilen Calcium-Isotope.

Das Bild zeigt Nikolaus Gussone.

2007: Sonja Keel

Den Isotopenpreis 2007 erhielt Frau Dr. Sonja Keel, damals Paul-Scherrer-Institut Villigen, Schweiz, für ihre Arbeiten zum

Recycling von Kohlenstoff und die Verteilung der Assimilate zwischen den verschiedenen Kompartimenten von Bäumen.

Sie zeigte auf, dass rezente Photoassimilate bereits wenige Stunden nach der Markierung im neuen Holz nachgewiesen werden konnten. Bei einigen Baumarten blieb die Markierung während sie bei anderen einige Monate später nicht mehr nachgewiesen werden konnte. Diese Abhängigkeit der Integration von “jungem” und “altem” Kohlenstoff von der Baumspezies hat sicher Folgen auf die Zusammensetzung der Baumringe und damit für deren Isotopencharakteristika im Rahmen der Paläoklimatologie. Ihre innovativen Ergebnisse sind somit von genereller Bedeutung.

Das Bild zeigt Sonja Keel.

2006: Frank Keppler

Herr Dr. Frank Keppler erhält den Isotopenpreis 2006 der Dr.-Karleugen-Habfast-Stiftung für seine Publikation in der Zeitschrift NATURE über die Entdeckung der Methanbildung durch höhere Pflanzen, insbesondere seine isotopenanalytischen Untersuchungen zu möglichen Vorstufen des Gases.
Seine Entdeckung ist von globaler ökologischer Bedeutung, zeigt sie doch, dass auch höhere Pflanzen in beträchtlichem Umfang zur natürlichen Emission des „Treibhausgases“ Methan beitragen.
Wenngleich Details der Biosysthese der Verbindung in höheren Pflanzen noch offen sind, ist hervorzuheben, dass Herr Dr. Keppler die Bedeutung seiner Entdeckung voll erkannt und sie systematisch ausgebaut hat. Dies zeigt auch seine richtungsweisende Arbeit zur Genese bakterieller Halogenmethane auf der Basis ihrer Isotopensignatur, die neue Perspektiven zur Biochemie und Ökologie dieser Ein-Kohlenstoff-Verbindungen eröffnet.

Das Bild zeigt Frank Keppler.

2005: Moritz F. Lehmann

für seine Arbeiten zur N- und O-Isotopen-Fraktionierung bei Nitratreduktion und Nitrifizierung in verschiedenen Ökosystemen sowie zur C- und N-Isotopen-Fraktionierung beim mikrobiellen Abbau von Biomasse in Sedimenten.

Das Bild zeigt Moritz Lehmann.

2004: Marcus C. Leuenberger und Christof Huber

für ihre gemeinsame methodische Arbeiten  zur Isotopenanalyse von 2H, 15N und 18O  in Wasser und Eis (und dessen Lufteinschlüssen). Die neuen online-Messverfahren zeichnen sich durch hohen Probendurchsatz und  hohe Präzision aus und beschleunigen bzw. ermöglichen erst  einschlägige Anwendungen in Glaziologe und Hydrologie.

Sie stellen einen  beachtlichen Fortschritt in der Anwendung stabiler Isotope dar.

Das Bild zeigt Marcus C. Leuenberger.
Marcus C. Leuenberger
Das Bild zeigt Christof Huber.
Christof Huber

2003: Roland Bol

für Long term changes in the distribution and δ15N values of individual soil amino acids in the absence of plant and fertiliser inputs.
Bol R, Ostle NL, Chenu CC, Petzke KJ, Werner RA, Balesdent J

Das Bild zeigt Roland Bol.

2002: Matthias Saurer

für The influence of climate on the oxygen isotopes in tree rings

Das Bild zeigt Matthias Saurer.

2001: Roland A. Werner

für The Online 18O/ 16O Analysis: Development and application

Das Bild zeigt Roland Werner.

2000: Thomas Röckmann

für The position dependent 15N enrichment of nitrous oxide in the stratosphere.
Röckmann T, Kaiser J, Brenninkmeijer CA, Brand W, Borchers R, Crowley JN, Wollenhaupt M, Crutzen P (2001)

Das Bild zeigt Thomas Röckmann.

2000: Michael Böttcher

für Sulfur isotope fractionation in the biogeochemical sulfur cycle of marine sediments.

Das Bild zeigt Michael Böttcher.